Probleme in Meerwasseraquarien

Wenn es um das Riffsterben geht, dann tauchen in den Medien regelmäßig zwei Begriffe auf, die Korallenbleiche, verursacht durch zu hohe Temperaturen, und die Versauerung der Meere aufgrund steigender Kohlendioxidgehalte. Beide Phänomene lassen sich auch auf das Aquarium übertragen. Während wir die Temperatur recht gut im Griff haben, zumindest solange die Technik nicht versagt, sind die Kohlendioxidkonzentration oder die Kalksättigung den meisten Aquarianern eher unbekannt.

Korrekturen für Problemaquarien – Stephan Gohmann

Sobald Korallen kümmern oder ausbleichen werden erst einmal die Wasserwerte gemessen. Anspruchsvolle Aquarianer lassen das heutzutage per ICP machen, um dadurch eine möglichst große Datenmenge zu erhalten. Mit etwas Glück finden sich ein paar Werte, die nicht optimal sind, bei der Vielzahl ist die Wahrscheinlichkeit ja recht hoch, und die werden dann als Ursache ausgemacht. Das ist grundsätzlich nicht neu oder falsch, man hat das auch früher schon so durchgeführt, wenn auch mit weniger Parametern und ohne ICP. Bei der heutigen Flut an Messergebnissen bin ich allerdings bisweilen geneigt von Unbekannten statt von Messwerten zu sprechen, wissen wir doch in vielen Fällen nicht einmal, wo die Grenzwerte eigentlich liegen sollten. So stellt sich mir bei diversen Spurenelementen die Frage, bauen Korallen die in ihr Skelett ein, weil sie die benötigen oder sind die nur deswegen dort zu finden, weil sie sich chemisch ähnlich wie der Kalk verhalten und mit ausfallen? Außerdem nützt der beste Messwert nichts, wenn er falsch interpretiert wird. Beim Phosphat gilt ein Wert von Null als optimal, so die landläufige Meinung in Aquarianerkreisen, in meinen Augen stellt er ein Problem dar. Das jeweilige Aquarium funktioniert deswegen, weil gerade so viel Phosphat produziert wie verbraucht wird. Da muss man nur weniger füttern oder etwas mehr Phosphat durch Kalkzugabe und pH-Wert Erhöhung ausfällen und schon beginnen die Korallen auszubleichen. Ein Leben am Limit.

Nicht immer benötigt man Messwerte. Weit geöffnete, feinfiedrige Tentakeln sind ein Zeichen gesunder Korallen. Continue reading „Probleme in Meerwasseraquarien“

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Moderne Meerwasseranalytik

Es ist noch gar nicht mal lange her, da standen uns Aquarianern neben der elektronischen pH-, Redox- und Leitfähigkeitsmessung lediglich einfache Testsätze zur Verfügung, mit deren Hilfe wir die Qualität unseres Wassers prüfen konnten. Heutzutage bieten einige Aquaristikfirmen und Labors Multielementanalysen an, die neben einer hohen Genauigkeit auch noch den Vorteil einer großen Datenfülle aufweisen. Löst das nun all unsere Probleme?

Was wir erwarten von den Daten – Stephan Gohmann

Wie heißt es so schön: „Wer viel misst, misst Mist.“ Auf der anderen Seite ist Aquaristik ohne Messwerte meiner Meinung nach langfristig kaum möglich, schon gar nicht im Meerwasserbereich. Ausnahmen bestätigen die Regel. Allerdings sind vor allem die sogenannten Spurenelemente von uns Laien ohne entsprechendes Labor in der Hinterhand nicht analysierbar. Inzwischen gibt es jedoch mehrere Anbieter von Wasseranalysen für Meerwasseraquarianer. Die Analysen werden überwiegend mittels ICP erstellt und liegen, abhängig von der Anzahl der Messparameter, preislich zwischen knapp 30,- und 100,- €. Das ist sicherlich kein Schnäppchen, wenn aber ein gut besetztes Korallenaquarium Probleme aufweist, ist der Verlust eventuell um ein Vielfaches höher. In solch einer Situation klammert man sich halt an jeden Strohhalm.

Solch ein Gewebeverlust wäre ein Grund, das Wasser analysieren zu lassen, um so eventuell die Ursache zu finden.

Das hat man früher schon so gemacht, natürlich mit den Daten, die man selber messen konnte. Nicht immer führte das zum Erfolg, was meiner Meinung nach keineswegs nur an der mangelnden Datenzahl, sondern eher an falschen Schlussfolgerungen oder an Ursachen, die gar nichts mit dem Wasser zu tun haben, lag und auch heute noch liegt (siehe http://www.stephangohmann.de/2017/03/22/probleme-in-meerwasseraquarien/). Continue reading „Moderne Meerwasseranalytik“

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Kohlendioxid durch Gärung

Eine Kohlendioxidzugabe ist für optimalen Pflanzenwuchs wichtig, aber auch teuer. Mittels Gärungskohlensäure kann man zumindest kleinere Pflanzenaquarien preiswert mit diesem unentbehrlichen Nährstoff versorgen.

Gärungskohlensäure, sogar für anspruchsvolle Pflanzenarten – Stephan Gohmann

Man benötigt schon recht viele Fische, um über deren Atmung ein dicht bepflanztes und gut beleuchtetes Aquarium hinreichend mit Kohlendioxid zu versorgen. Ist das Aquarium größenmäßig eher im unteren Bereich angesiedelt, mehr als 200 Liter sollten es keinesfalls sein, dann muss man nicht unbedingt in teure Technik investieren, es geht auch preiswerter. Insbesondere für Anfänger ist das wichtig zu wissen, würden die doch ansonsten wegen der Kosten möglicherweise gar nicht erst in dieses tolle Hobby einsteigen.

Eine gute Kohlendioxidversorgung ist eine wichtige Voraussetzung für die Pflege eines Pflanzenaquariums. Sogar sehr anspruchsvolle Pflanzen wie diese Ammannia praetermissa lassen sich damit versorgen.

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Cryptocoryne wendtii „flamingo“

Dieser Wasserkelch soll 10 cm hoch werden, rosa gefärbt sein und sehr langsam wachsen. Außerdem brauche er viel Licht. Hier meine Erfahrungen mit dieser Pflanze.

Einer Laune der Natur, der Flamingo Wasserkelch – Stephan Gohmann

Cryptocoryne wendtii ist wahrlich nichts neues, diese Pflanze kennen wir Aquarianer seit Jahrzehnten. Es gibt sie in Grün oder Braun sowie einigen weiteren Frabvarianten. Hier geht es um die Sorte „Flamingo“, die von der Firma Dennerle angeboten und ausschließlich über Meristemvermehrung kultiviert in den Handel gebracht wird. Man erhält sie somit nur in den kleinen Kunststoffdosen, wo sie trocken, das heißt nicht unter Wasser, in einem durchsichtigen Gel wachsen.

Cryptocoryne spec. „flamingo“ im Meristemdöschen. Die Blätter sehen teilweise wie gedreht aus. Die Farbe ist anfangs fast pink, wenn die Dosen bereits länger im Laden gestanden haben, tendieren sie nach braungrün.
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Reinigung eines Glasdiffusors

Glas – oder Keramikdiffusoren zur Kohlendioxidversorgung von Aquarienpflanzen sind unübertroffen, wenn es um möglichst feine Gasblasen geht. Allerdings veralgen und verschmutzen sie nach einiger Zeit. Man kann sie aber recht gut reinigen.

So werden verschmutzte Kohlendioxid-Diffusoren fast wie neu – Stephan Gohmann

Die einfachste Art Kohlendioxid im Wasser zu lösen, ist der Einsatz eines ganz normalen Auströmersteins, wie man ihn auch für Luftpumpen verwendet. Allerdings sind die Blasen recht grobperlig, die Auflöserate ist deswegen nicht optimal. Besser geht es mit aus Glas gefertigten Diffusoren, in denen eine Keramikplatte fest ein gearbeitet ist.

Keramikdiffusor im Einsatz. Man sieht, dass die aufsteigenden Blasen immer kleiner werden. Ganz auflösen werden sie sich nicht, da ein Austausch in beide Richtungen stattfindet. Kohlendioxid gelangt ins Wasser, andere gelöste Gase wandern dafür in die verbliebene Gasblase. Je höher der Wasserstand, desto besser die Löserate, also den Diffusor immer in Bodennähe montieren. Continue reading „Reinigung eines Glasdiffusors“

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pH-Messung mit dem Redoxmessgerät

Da möchte man unbedingt pH-Wert und Redoxpotential seines Aquarienwassers bestimmen, doch beim Blick auf die Kosten der erforderlichen Meßelektronik bleibt einem fast das Herz stehen. Aber nicht verzagen, es geht auch mit nur einem Gerät.

Wie man mit einem Redoxmessgerät pH- und mV-Wert bestimmt – Stephan Gohmann

Betrachtet man Meßgeräte zur Bestimmung des pH-Wertes und des Redoxpotentials, so sehen sich diese recht ähnlich. Auch die Elektroden sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden.

Redoxelektroden erkennt man an ihrer Metallspitze. Meist besteht die aus Platin.

pH-Elektroden haben eine Spitze aus dünnem Glas. Continue reading „pH-Messung mit dem Redoxmessgerät“

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Kalkbrei gegen Glasrosen und „Manjanos“

Glasrosen und sogenannte „Manjanos“, das sind grüne Anemonen (Anemonia cf. manjano), können sich in Riffaquarien massenhaft vermehren und sind dann nur noch schwer in den Griff zu bekommen. Wehret den Anfängen, lautet die Devise.

Bekämpfung von Glasrosen und „Manjanos“ ohne Nebenwirkungen – Stephan Gohmann

Es gab mal Zeiten, da war man stolz, wenn man ein Aquarium mit Glasrosen pflegte. Nicht ganz so lange ist es her, dass man sich an grünen Anemonen erfreute, beides zählt inzwischen zu einer Vergangenheit, über die heutige Meerwasseraquarianer bestenfalls milde lächeln.

Nicht immer ist die grüne Anemone richtig tief grün.

Damit die teuer bezahlten und mit viel Aufwand gepflegten Korallen nicht von den sich deutlicher schneller vermehrenden Glasrosen oder Anemonen überwachsen werden, bekämpft man sie möglichst konstant, entweder durch Bewohner, die diese Plagegeister fressen, bei „Manjanos“ allerdings ein eher aussichtsloses Unterfangen, oder legt selbst Hand an. Continue reading „Kalkbrei gegen Glasrosen und „Manjanos““

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