Selbst gemachter Krautsalat

Seit ich meiner Familie diesen Krautsalat vorgesetzt habe, brauche ich Ihnen mit irgendeinem anderen aus dem Supermarkt nicht mehr zu kommen. Komisch, vorher waren die damit immer zufrieden.

Mein selbstgemachter Krautsalat – Stephan Gohmann

Da probiert man einmal etwas aus, prompt gefällt es der Familie und dann will die das auch noch regelmäßig haben. So geschehen mit diesem Krautsalat. Klar, der macht Arbeit, ist aber allemal der Mühe wert. Ein Leben aus Konservendose, Gefriertruhe oder Imbiss, für mich ohnehin unvorstellbar. Hat man am Wochende mal etwas mehr Zeit, macht die Zubereitung eines solchen Krautsalats durchaus Spass. Das beginnt schon vormittags, indem ich über den Wochenmarkt schlüre und mir dort einen passenden Weißkohl besorge. Mehr als 1,5 kg brauchen es für sechs Personen nicht zu sein. Wieder daheim wird der Kohlkopf halbiert und der Strunk herausgeschnitten.

Der halbierte Weißkohl mit keilförmig heraus geschnittenem Strunk.

Wichtig beim Krautsalat, der Kohl muss recht fein geschnitten werden. Ich nutze dafür einen gebrauchten Krauthobel, den ich mir via Kleinanzeige für wenig Geld besorgt habe. Ein Hobel, den ich zuvor in einem großen Baumarkt erworben hatte, arbeitete erstens nicht richtig fein und zum anderen waren auch noch Holzstücke im Kraut. Dieser Hobel schnitt nicht nur den Kohl sondern gleichzeitig auch den eigenen Schlitten. Man gab mir anstandslos das Geld zurück, trotzdem unglaublich, das so etwas überhaupt angeboten wird.

Vorsicht beim Arbeiten mit dem Krauthobel. Die letzten Reste hobelt man besser nicht, sonst leiden eventuell die Fingerkuppen.

Wer keinen Hobel hat, nimmt eine ausreichend große Raspel, das mag ebenfalls gehen, probiert habe ich es allerdings nicht. Ich stelle immer eine große Schüssel in unser Waschbecken, lege den Krauthobel darüber, der dann an der Wand hinter der Spüle anliegt. So hat man mehr Kraft zum Schieben des Schlittens mit dem Weißkohl ohne, dass dabei gleichzeitig der Hobel verrutscht. Außerdem fällt nichts herunter, alles landet in der Schüssel oder im Waschbecken. Mit dem Hobel gehe ich anschließend zum Reinigen in den Garten. Eine Haushaltsbürste leistet gute Dienste beim Entfernen anhaftender Krautreste. Zurück im Haus wird dann mit einem feuchten Haushaltstuch das Feintuning durchgeführt.

Das frisch geschnittenen Weißkraut muss nach dem Hobeln mit beiden Händen geknetet werden. Hier sieht man nur eine, die andere hielt nämlich die Kamera.

Jetzt folgt solide Handarbeit. Wir geben zwei nicht übermäßig gehäufte Teelöffel Kochsalz hinzu und kneten das frisch gehobelte Kraut mit beiden Händen, bis es sich deutlich weicher anfühlt und Saft austritt. Man könnte es auch stampfen, aber mir gefällt diese Methode besser. Wenn das erledigt ist, folgen vier bis fünf Esslöffel Olivenöl, fünf bis sechs Esslöffel Weißweinessig, ein Teelöffel Stevia, etwas Pfeffer aus der Mühle, eventuell noch ein wenig Salz.

Das ist der von mir verwendete Weißweinessig. Lecker, aber nichts Ausgefallenes, meiner stammt vom Edeka-Laden um die Ecke. Man kann aber ruhig mal andere Sorten probieren, anderer Essig, anderer Geschmack.

Das sind natürlich nur Anhaltswerte, abschmecken müssen muss man selber und zwar jedes Mal neu. Also nicht alles auf einmal zugeben, sondern nach und nach, dabei immer mal wieder probieren. Vor dem Verzehr sollte man den Salat wenigstens ein paar Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Und so sieht das Ganze aus, wenn es fertig ist.

Egal ob Krustenbraten, Giros oder gegrilltes Hähnchen, dieser Krautsalat passt immer.

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