Das wilde Schneeglöckchen

Es liegt noch Schnee und wer schaut bereits daraus hervor? Richtig, das Schneeglöckchen. Es gehört zu den allerersten Frühlingsboten, ist aber wenig spektakulär, es sei denn, es tritt in Massen auf.

Vom unscheinbaren Entlein zum weißen Schwan – Stephan Gohmann

Jeder kennt es und in vielen Gärten hat es ein Zuhause gefunden. Dennoch ist sein Erscheinungsbild eher bescheiden, wächst es doch gerne im Schatten, beispielsweise unter Gehölzen und lässt dort seine weißen Blüten leuchten.

Reinweiß ist die Blüte des Schneeglöckchens nicht, doch das dürfte nur wenigen auffallen.

Farblich setzen andere Frühblüher deutlich mehr Akzente.

 

Auch die die Blüte der Christrose ist schon früh im Jahr präsent, im Unterschied zu vielen anderen Frühlingsblühern ist sie jedoch keine Zwiebelpflanze.

Wer sich dafür interessiert, wie man solche Fotos macht, kann das hier nachlesen:

http://www.stephangohmann.de/2016/12/17/bilder-wie-gemalt/

Inzwischen, in meiner Jugend war das deutlich anders, bekommt man ja frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen nicht mehr ausschließlich im Herbst, um sie bis spätestens Dezember in die Erde zu bringen, sondern zu Beginn eines jeden Jahres findet man riesige Mengen in Töpfen vorgezogen und kurz vor dem Aufblühen im Gartenhandel. Schneeglöckchen im Herbst zu pflanzen ist gar nicht mal so einfach. Die kleinen Zwiebeln habe eine recht dünne Haut und trocknen dementsprechend schnell aus. Beim Erwerb von Schneeglöckchenzwiebeln sollte man darauf achten, dass sie gesund und prall, also keinesfalls verschrumpelt aussehen, und diese zeitnah pflanzen, etwa 5 cm tief. Schneeglöckchenlieber kaufen und tauschen diese Pflanze nur im grünen Zustand, das heißt im Frühjahr. So kann man Arten und Sorten besser unterscheiden, außerdem umgeht man das Risiko vertrockneter Zwiebeln. Schneeglöckchenbüsche lassen sich sehr gut ausgraben und umpflanzen. Nach dem Einsetzen muss man sie gleich gründlich angießen.

Hat man erst einmal einige Pflanzen im eignen Garten angesiedelt, dann wird man nach ein paar Jahren, wenn denn alles gut läuft feststellen, dass nicht nur die Büsche durch die Bildung von Brutzwiebeln größer geworden sind, nein, plötzlich findet man sie auch an Stellen, an denen man gar keine gepflanzt hat. Wie sind die dort hin gelangt? Auch Schneeglöckchen bilden Samen. Dieser Samen hat ein Anhängsel, dass Ameisen sehr lieben. Sie tragen die kompletten Samenkörner fort, fressen das Angängsel und entsorgen den Samen irgendwo im Garten. Dort keimt er, allerdings nicht sofort, Schneeglöckchen gehören zu den Kalt- und Dunkelkeimern, sie brauchen folglich erst einmal Frost. Somit vermehren sich Schneeglöckchen keineswegs mal eben auf die Schnelle, sondern frühestens im Jahr darauf. Sie bevorzugen einen eher feuchten Boden, der auch im Sommer nicht völlig austrocknen sollte. Seit ich meinen Garten im Frühjahr mit ein paar Hornspänen, der Holzasche aus meinem Kaminofen und Thomaskali dünge, entwickeln sie sich deutlich besser. Allerdings sind sie recht genügsam, extreme Düngergaben brauchen sie wohl nicht. Sie wollen aber keinen sauren Boden, eine Kalkgabe schadet somit nicht und Standorte unter Nadelpflanzen sind zu meiden.

Lässt man ihnen Zeit und mäht sie, wenn sie auf dem Rasen wachsen nicht, bevor das Laub verwelkt, dann entwickelt sich aus dem ach so unscheinbaren Schneeglöckchen ein regelrechtes Blütenmeer.

Ein über die Jahre verwilderter Schneeglöckchenbestand …

… ist einfach ein Hingucker.

Damit man so etwas im verlauf von Jahren hin bekommt, darf man seinen Garten nicht zu penibel mähen und jäten. Ein ordentlicher Garten ist ohnehin um ein Vielfaches langweiler als einer, dem man auch mal freie Hand gibt. Viele der heutzutage üblichen immergrünen Gärten unterscheiden sich von Friedhöfen nur dadurch, dass sie halt keine Grabsteine enthalten, so mein Eindruck.

Schneeglöckchen sollen übrigens eine eigene, eingebaute Heizung besitzen, mit deren Hilfe sie ihre Temperatur bei 8-10°C halten, umliegenden Schnee tauen und sich mit dem Schmelzwasser selbst versorgen. Das wusste ich auch noch nicht.

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