Futterstelle mit beheizter Vogeltränke

Bis dato besaß ich über mehrere Jahre nur einen einzigen Futterspender. Der funktioniert auch nach wie vor gut, dennoch interessierte mich, ob im Vergleich dazu andere Futterstellen besser oder schlechter angenommen werden. Außerdem wollte ich in der jetzigen Frostperiode gerne eine beheizte Futtertränke anbieten. Das ist dabei heraus gekommen.

Vogelfütterung für Tüftler – Stephan Gohmann

Meistens benötige ich keine spezielle Vogeltränke, habe ich doch Miniaturteiche bestehend aus 90 Liter fassenden Mörtelkübeln im Garten deponiert, die in der warmen Jahreszeit vor allem von meinen Bienen gerne genutzt werden. Während einer längeren Frostperioden frieren die jedoch zu und stehen durstigen Vögeln somit nicht mehr zur Verfügung. Also sollte was Beheizbares her, vorzugsweise ohne Strom so mein Wunsch, und darum entschied ich mich für eine Tränke mit „Ölkerzenheizung“.

Ein roter Kunststoffübertopf, ein weisser, tiefer Salatteller mit einem Futternapf als Landeplatz, ein paar Stücke Gartenschlauch, eine Grabkerze und etwas Sand sind die Bauteile für diese Vogeltränke.

 

In den Übertopf habe ich zwecks besserer Standfestigkeit 10-15 cm hoch feuchten Sand eingefüllt und dann eine Grabkerze hinein gesteckt.

Den Aufbau meiner Tränke erkennt man auf den beiden Fotos. Nachts leuchtet der rote Übertopf aufgrund der darin brennende Kerze. So sehe ich recht gut, ob sie noch heizt. Auf den Rand aufgesetzte, längs durchschnittene Stücke eines dicken Gartenschlauches dienen als Abstandshalter und Antirutschhilfe. So bleibt trotz aufgesetztem Teller ein Luftspalt für die Kerze vorhanden, zusätzlich hat der Teller mehr Halt, wenn Vögel auf ihm landen. Ein kleiner Futternapf, den ich in den weißen, in meinen Augen recht glatten Salatteller gestellt habe, dient als zusätzlicher Landeplatz. Bisher sehe ich allerdings selten, dass Vögel die Tränke überhaupt nutzen. Ob sie ihnen nicht gefällt, ob sie vorzugsweise Schnee aufnehmen oder anderswo trinken, entzieht sich meiner Kenntnis. Reger Betrieb war allerdings auch an meinen Mörtelkübeln nie vorhanden. An den Futterplätzen ist und war immer weitaus mehr los.

 Aus zwei unterschiedlich großen Plastikuntersetzern habe ich diesen überdachten Futterplatz für eher bodenorientierte Gäste gebaut. Amseln, Rotkehlchen und Meisen haben ihn sofort angenommen. Damit Regenwasser ablaufen kann, ist der Verbindungsstab, ein Stück Eichenholz, oben schräg abgesägt und der untere Teller mit ein paar Löchern versehen. Die Schräge sollte zur Wetterseite zeigen.

Manche Vögel tun sich schwer, auf oder an Futterspendern zu landen, beziehungsweise dort Halt zu finden und fressen lieber Nahrung, die am Boden liegt. Die wird allerdings schnell mal nass, wenn man sie einfach austreut. Aus diesem Grunde wollte ich meiner Vogelwelt eine simple, preiswerte Überdachung anbieten. Obiges Foto zeigt die wirklich einfach herzustellende Konstruktion. Damit die beiden Schrauben, die die Untersetzer am Verbindungsstab halten, nicht ausbrechen, habe ich jeweils oben und unten eine große Unterlegscheibe verwendet. Außerdem hatte ich Angst, dass jeder Windstoss die Futterstelle fortbläst und deshalb aber auch als Wasserabfluss, ein paar Löcher in die Bodenschale gebohrt. Am Rand ist durch zwei dieser Löcher stabiler, U-förmiger, Draht in den Boden gesteckt, zumindest in der Theorie. Leider war die Erde so stark gefroren, dass das zunächst einmal nicht so richtig klappte, wie man sieht. Jetzt warte ich auf Tauwetter, um die Befestigung zu optimieren.

Meine „Futterspender-Teststand“. Rechts mein altbewährter Spender, links der neue.

 

Bei diesem Futterspender hat man zwei Öffnungen, in die die Futter suchenden Vögel ihren Kopf stecken müssen. Zwei Haltestangen dienen als Sitzplatz. Befüllt wird er von oben, indem man den Deckel hoch zieht.

Sich das Futter aus dieser Öffnung heraus zu holen, müssen die Vögel wohl erst einmal lernen. Ich habe das Gefühl, sie tun sich etwas schwer damit, denn meinen alten Futterspender befülle ich viel öfter. Auch dann, wenn beide mit den beliebteren Sonneblumenkernen beladen sind.

Dieser Spender wird von fast allen Vögeln bevorzugt benutzt. Selbst die Rotkehlchen haben das inzwischen gelernt. Amseln fressen aber ausschließlich vom Boden. Während Meisen sich einen Sonnenblumenkern schnappen, ihn andernorts öffnen und verzehren, sitzen Dompfaff oder Buchfink lange in aller Seelenruhe am Futterspender, derweil die restliche Vogelschar wartet, bis der Platz wieder frei wird.

Fülle ich ihn jedoch mit Hanfsamen, wird er weitaus weniger besucht. Es geht doch nichts über Sonnenblumenkerne.

Zum jetzigen Zeitpunkt empfehle ich obigen Spender, gefüllt mit Sonnenblumenkernen, dazu eine Futterstelle am Boden, vorzugsweise eine überdachte, die man mit einer Mischung aus Sonnenblumenkernen, geknackten Walnüssen inklusive der Schalen und etwas Hanfsamen befüllt. Übrigens sind Meisenknödel, so mein Eindruck, nur bei Krähen und Elstern der Renner, die sie dann abreißen und komplett mitnehmen. Um das zu verhindern, muss man sie in einen Meisenkugelhalter aus Metall sperren, den man mittels Draht diebstahlsicher befestigt. Meisen sehe ich da aber kaum.

Die wollen … na, was wohl? Richtig! Sonnenblumenkerne.

Update 29.01.2017

Also das mit der Vogeltränke, das war wohl nix. Nicht ein einziges Mal sah ich dort einen trinkenden oder gar badenden Gast. Meine Vermutung, der große weiße Teller ist zu hell und zu glatt. Deswegen besorgte ich mir einen Tonuntersetzer. Hellbraun gefärbt und recht rau, vor allem ohne schrägen Rand, auf dem man kaum Halt findet. Und sieh da, jetzt kommt Besuch. Wenn auch nicht ununterbrochen aber so im Tagesverlauf sieht man immer mal wieder jemanden trinken. So hatte ich mir das vorgestellt.

So muss eine beheizte Vogeltränke aussehen, dann klappt es auch mit den Gästen.

Den Futterautomaten mit den beiden seitlichen Öffnungen habe ich inzwischen ausgetauscht und zwar gegen ein weiteres Modell des hier beschriebenen, zweiten Spenders. Gefüllt mit Sonnenblumenkernen, Hanfsamen interessiert bei mir kaum jemenden, wurde er binnen kürzester Zeit angenommen und im Tagesverlauf sah man ständig hungrige Besucher kommen und gehen. Kann ich somit nach wie vor nur empfehlen. Mein selbst gebauter, überdachter Futterstand ist übrigens ebenfalls sehr beliebt, ob er auch bei einem starken Regen trocken hält, bleibt allerdings abzuwarten. Ich werde berichten.

Lange hing dieses Glas mit Erdnussbutter unbeachtet am Futterstand. Gefressen wurde die Erdnussbutter erst, als ich das Glas waagerecht in meine überdachte Futterstelle am Boden legte.

Hier keimt Hanfsamen an einer Futterstelle. Da die Pflanzen verboten sind, sollte man sie, so wie ich es getan habe, umgehend ausreißen und vernichten. Man kann aus solchem Industriehanf zwar keine Rauschmittel gewinnen, erlaubt ist er dennoch nicht.

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